Walter Frenz
geboren am 24. März 1949
in Alt Meteln
gestorben am 30. Juni 2026
in Wismar
Wir wollen nicht trauern, dass wir Dich verloren haben, sondern dankbar sein dafür, dass wir Dich gehabt haben und trotzdem ist es so schwer zu verstehen.
Du warst der tollste Mann, Vater und Opa, den man sich wünschen konnte.
Es ist einfach so unwahrscheinlich schwer.
Anbei die Rede von der Pastorin Frau Fischer.
Liebe Frau Frenz, liebe Angehörige, liebe
Trauergemeinde,
„In deine Hände befehle ich meinen Geist; du
hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.“ (Ps.
31,6)
Diese Worte sprechen die Mönche eines
benediktinischen Klosters jeden Abend, bevor sie
sich zur Nachtruhe begeben: Mit diesen Worten
legen sie alles Unvollkommene, alles Unerledigte
und Unfertige, alles, was sich noch nicht
überblicken lässt und auch das, was nicht zu
begreifen ist, all dies legen sie am Abend in die
Hände Gottes zurück.
Alles, was ihnen den Schlaf raubt, alles, was sie be-
lastet und bedrängt, können sie so loslassen und
einem anderen übergeben.
Heute müssen wir das Leben unseres Verstorbenen
Walter Frenz in die Hände Gottes zurückgeben. Für
sie alle viel zu früh, im Alter von 77 Jahren, ist er
nach langer, schwerer Krankheit von uns gegangen.
Am 24. März 1949 wurde er in Alt Meteln, als
jüngster von drei Geschwistern, geboren.
Die Eltern zogen bald nach Neubukow, wo sie eine
Landwirtschaft hatten, und wieder einige Jahre
später zogen sie nach Wismar. Dort hatte der Vater
die Stelle als Küster angetreten, hier, in dieser
Kirche mit dem Namen St. Nikolai. Walter liebte es,
wenn sein Vater ihn mitnahm in die Kirche, und er
lernte nach und nach jeden Winkel dieses riesigen
Gebäudes kennen. Auch seine Konfirmation feierte
er hier vor diesem Altar. Nach der Schule machte er
seine Lehre im Tiefbau. Im Jahr 1972 lernte er
Monika kennen, und bald darauf wurde geheiratet,
und zwar ökumenisch. Monika kam aus einer
katholischen Familie, und so feierten sie die
Trauung mit einem evangelischen und einem
katholischen Pastor in der Kirche St. Laurentius.
Das war damals noch recht ungewöhnlich. Drei
Kinder wurden dem Paar geschenkt, im Jahr 1976
Enrico, 1977 Marco und 1980 Anett.
Ein schwerer Schlag war der plötzliche Tod seines
Vaters Erich noch im selben Jahr 1980, er wurde
darüber informiert, als er bei der Marine in
Warnemünde war.
Später arbeitete er als Kraftfahrer und als Maurer.
Neben dieser schweren Arbeit pflegte er zuhause
viele Hobbies. Unermüdlich betätigte er sich als
Sucher und Sammler, wie sie sagten, er sammelte
und verwertete Schrott und bastelte viel, und immer,
wenn die Familie etwas benötigte, schöpfte er aus
seinem reichen Fundus und fand genau das, was
man brauchte.
In den Ferien verreiste die Familie mit dem Trabi,
zum Beispiel in den Harz und nach Heringsdorf auf
Usedom, und im Jahr 1984 gesellte sich die Hündin
Susi zu der Familie.
Am 10. April 1998 geschah wohl das Schlimmste,
was Eltern passieren kann. Sohn Marco kam im
Alter von nur 20 Jahren bei einem Autounfall ums
Leben.
Doch das Leben musste weitergehen. Und so
begaben sie sich ein Jahr später das erste und
einzige Mal im Leben in ein Flugzeug. Spanien war
das Urlaubsziel.
2 Jahre später starb auch Walters Mutter. Doch
dann wurden ihnen nach und nach drei Enkelkinder
geschenkt: Im Jahr 2008 Bastian, 2010 Friedrich,
und 2011 Kevin.
Bei Walter meldete sich das Alter an, er bekam
Rückenleiden und so ging er im Jahr 2012, mit 63
Jahren, in den Ruhestand.
Im Jahr 2013 verlor er seine Schwester Helga, 2018
seinen Bruder Erich.
Für seine große Familie mit Kindern und
Enkelkindern war und blieb er der Mittelpunkt. Er
genoss es sehr, mit allen von ihnen zusammen zu
sein. Und er liebte seine Tiere. In den 90er Jahren
haben sie sich einen Garten im Wallgarten
genommen, dort hielt Walter Tauben und Hühner.
Jeden Morgen und jeden Abend fuhr er mit dem
Fahrrad oder dem Auto, später auch mit dem E-
Roller dorthin und versorgte sie. Und das tat er
auch während seiner Krankheit, so lange wie es nur
eben ging. Besonders erfreute ihn dabei die Haltung
seiner Enten.
Im Mai 2025 verschlimmerte sich jedoch seine
Krankheit. Es ging ihm immer schlechter – alle 6-8
Wochen musste er ins Krankenhaus, doch immer
wieder kämpfte er sich hoch. Was ihm Kraft gab,
das war seine Familie. Die gemeinsamen Ausflüge
bewältigte er fast bis zum Schluss mit dem Rollator
und dem Rollstuhl, denn das wichtigste für ihn war
das dabei – sein.
Und so haben sie ihn bis zum Schluss bei sich
gehabt, haben ihn gepflegt und begleitet, auch als
es schwerer wurde. Sie als Kinder haben das in
folgende Worte gefasst: Du hast mir mein Leben
geschenkt, meinen ersten Atemzug, und mein
Geschenk an dich war, deinen letzten Atemzug zu
begleiten und zu ertragen. Du hättest einen leichten
letzten Weg verdient. Deiner aber war unfassbar
schwer. Ich liebe dich immer – so schreiben Sie als
seine Kinder.
Nun geht sein letzter Wunsch in Erfüllung: bei
seinem Sohn Marco im engsten Familienkreis
beigesetzt und hier seine letzte Ruhe finden zu
können.
Seine Hände, die so viel gearbeitet, geleistet und
geschaffen haben, diese Hände ruhen zu lassen,
das hat er schmerzlich lernen müssen in den letzten
Wochen seines Lebens. Und nun müssen wir ihn in
die Hände Gottes zurückgeben.
Seine Lebensgeschichte kehrt zu seinem Schöpfer
zurück, und nun können wir diese Lebens-
geschichte, alles, was wir nicht mehr gemeinsam
erleben und vollenden konnten, alles Unerledigte
und Unfertige, alles, was sie mit ihm erlebt haben,
aber auch, was sie gemeinsam getragen und
erlitten haben, all dies können wir nun den Händen
Gottes anvertrauen.
In seinen Händen ist auch dieses Leben aufgeho-
ben und geborgen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere
menschliche Vernunft, bewahre unsere Herzen und
Sinne in Christus Jesus. Amen.
Wir wollen nicht trauern, dass wir Dich
verloren haben,
sondern dankbar sein dafür,
dass wir Dich gehabt haben, ja auch jetzt
noch besitzen,
denn wer heimkehrt zum Herrn,
bleibt in der Gemeinschaft der Gottesfamilie
und ist nur vorausgegangen.
Hieronymus